Heute Morgen konnten wir von unserer wunderbaren Terrasse noch einen letzten Blick auf den Gipfel werfen, den wir gestern erklommen haben.
Dort oben stehen übrigens interessante Steinformationen herum, an denen der Zahn der Zeit in einer ästhetisch äußerst sinnvollen Weise nagte, so dass man in ihnen die Gestalt alter Frauen beziehungsweise eine Sphinx erkennen kann, weshalb die Dinger auch "babele si sfinxul" heißen.
Als wir oben waren, hätten wir laut Wegweiser lediglich noch 5 (babele) beziehungsweise 15 (sfinxul) Minuten laufen müssen, um vor den hübschen Formationen zu stehen.
Doch waren wir zu schwach dafür ("Ich lauf hier keinen Schritt mehr!").
Auf dem Rückweg dann eine Spur von Reue beim Vater. Wir hätten dieses "Babele" schon noch ansteuern können. Die Mutter tröstete aber wunderbar.
"Wir haben Babele gesehen."
"Echt?"
"Ja, dieser Haufen da oben war Babele."
"Ah. Super."
Heute ging es in das eineinhalb Zugstunden entfernte Bukarest. Stilecht wurden wir auf dem Bahnhof Bustenis mit lauter Balkanmusik verabschiedet, die irgendeine gut gelaunte und tanzende Reisetruppe mit einergigantischen Boombox über den Bahnsteig orgelte. Dazu wehten Rumänien-Fähnchen, im Hintergrund thronten die Karpaten und alles war äußerst klischeebeladen, aber sehr geil.
Von Bukarest gibt es in aller Kürze folgendes zu berichten: wir wohnen in einer zwar überaus kompliziert geschnittenen, aber sehr schönen Wohnung im achten Stock. Der Fahrstuhl sieht gruselig aus und wurde von uns bislang aus Sicherheitsgründen immer nur einzeln benutzt. Manchmal scheint er auch einfach stur irgendwo sinnlos herumzubaumeln und die Frage, ob man bei einer Fahrstuhlfahrt sein Leben riskieren oder die 144 Stufen zu unserer Wohnung per pedes zurücklegen möchte, muss sich in dieser freien Welt nun wahrlich jeder selber immer wieder aufs Neue stellen und kluge Antworten finden.
Und ganz offensichtlich sind wir hier im hippen Teil der Stadt untergekommen. (Hinweis für die Fachleute des ÖPNV: Station Universitate, M4)
Hier flanieren die Reichen und Schönen des Landes. Und wenn wir ganz ehrlich sind, dann suchen wir schon recht sehnsüchtig die Orte, an denen die etwas Hässlicheren auch Spaß haben.
Morgen ist dann endlich der große Tag: die Tochter landet im Bukarest und macht hier alles erst so richtig komplett. Wir freuen uns sehr.
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