Unsere schnieke Wohnung in Bestlage verließen wir heute kurz nach neun. Um zehn sollte der Bus ins bulgarische Balchik fahren.
Erst kurz vor dem Einsteigen fiel Teilen der Familie ein, welche Massen an Flüssigkeit sie am Morgen zu sich genommen hatten und dass dies in der toilettenlosen Kapsel namens Kleinbus schnell problematisch werden könnte.
Sorgte sich die Tochter aufgrund zweier Kaffee, die sie morgens trank, kam der Vater nach kurzer Überschlagsrechnung auf ebenfalls zwei Kaffee, allerdings auch noch 0,7l zuckerfreier Blubberbrause und zu guter Letzt noch 0,7l Milch - unser traditionelles Urlaubs-Kult-Getränk. Knappe zwei Liter waren da auf dem unaufhaltsamen Weg im die Blase, das stand fest. Schnell wurde also für die letzten Lei am ekligen Bahnhof noch eine Toilette aufgesucht, aber herrje, zu früh. Was sich da alibimäßig ins WC ergoss, war definitiv noch nicht der zu erwartende Schwall. Trotzdem. Immerhin.
Die Busfahrt wurde mit zwei Stunden Dauer angekündigt, doch diese Prognose war schnell hinfällig, da Gesamt-Rumämien derzeit in Urlaubslaune ist und Ceaușescus Sommerbäder mit den visionären Namen Neptun oder Venus ansteuert. Stau. Und so langsam Druck auf der Blase.
Doch machen wir es kurz - nach zwei Stunden erreichte der Bus die Grenze und blieb dort dankenswerterweise neben einem WC-Häuschen stehen, das seinen großen Erfolg genau denjenigen verdankt, die vor dem Grenzübertritt viel zu viel Blubberbrause und Milch trinken. Für die Interessierten: Der Vater pinkelte zwei geschlagene Minuten lang. Der dafür investierte Euro war jeden Cent wert.
Und nun sind wir also hier in Balchik.
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